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Autor Thema: Nachspiel und Auftakt: "Und das war erst der Anfang..."  (Gelesen 9169 mal)
Andreas
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« am: 14. Dezember 2007, 22:03:43 »

[Dieser Thread spielt zeitlich nach dem Abschluss des P&P Abenteuers, das Gunther auf dem Nachtreffen geleitet hatte. Zwischen dem P&P und diesem Thread habe ich jetzt auch noch die Ereignisse von Sewerien 1 reingebaut, wobei diese auf diese Haupthandlung nur in kleinen Nuancen Einfluss haben (eigentlich nur für Phux persönlich wichtig sind). Ich habe mit Christian einfach ausgemacht, dass wir sehen, was sich draus ergibt. Smiley Also, let's see...]

Geduld... Geduld war eine Tugend, die Phex die seinen lehrte. Und Phux ermahnte sich immer und immer wieder dazu... aber was ihm fehlte, war seit vielen Tagen eben genau diese Tugend. Er wusste, dass Rastlosigkeit keine den Göttern gefällige Tugend war, aber auf der anderen Seite konnte das tatenlose Herumsitzen und Warten - wenn zeitgleich so viel sinnvolles getan werden könnte - auch nicht im Sinne der Götter sein.

Die ganzen Ereignisse in Ouvenitz hatten ihn nur von seinem eigentlichen Ziel abgelenkt. Auch das Wissen, dass es wichtig gewesen war, sich um die Stabilität in diesem bornischen Reich zu kümmern und dass es richtig gewesen war, in dieser Angelegenheit Zeit zu investieren, trieb ihn ein Gedanke auch diese Nacht herum. Es war nicht die Sehnsucht nach Borondria, die ihn manchmal wachhielt und ihn Mada anschauen ließ - hoffend, dass sich ihre Blicke dort umarmen würden. Es war eine andere Frau... und eine andere Motivation als Liebe und Sehnsucht.

"Lacerta Pallida... blasse Eidechse... Stadträtin zu Norburg. Ketzerin, Todgeweihte..." kam es tonlos über seine Lippen, als er die Seite aus dem Buch der Schlange zum hundersten Male ansieht, die braune Tinte war bereits verwischt, eigentlich hätte Phux sie nicht mehr gebraucht. Jedes Wort hatte sich tief in sein Gedächtnis gebrannt. 

Aber Firun hatte etwas dagegen, dass sie sich dieser Aufgabe annahmen. Seit Tagen schneite es, was von Alveran herunterfallen konnte und ein Wind von Firunwärts trieb die Temperaturen so weit herab, dass eine Reise Wahnsinn wäre. Er hatte selbst herumgefragt, aber sie hatten ihm alle zu verstehen gegeben, dass eine Reise Wahnsinn wäre und wahrscheinlich den Tod bedeuten würde. 

"Geduld..." sprach er noch einmal, erhob sich und ging nach draußen. Er zwang sich die kalte Nachtluft tief einzuatmen. Ifirnsflocken trafen sein Gesicht, schmolzen auf deren von starken Emotionen erhitzter Oberfläche, kühlten diese und liefen als Tropfen hinunter, wo sie dann im Kragen verschwanden. Der Zorn kühlte mit dem Gesicht ab, die vom mitnotieren verkrampften Finger wurden kalt und Phux empfand das als wohltuend. Nachdenklich betrachtete er den Nachthimmel, Phexens Mantel, vor dem mehr Ifirnsflocken tanzten als es Phexensschätze gab.

"Du magst dich verbergen, der Schnee mag dich schützen, deine Position mag dir Schild und Wehr sein... Lacerta Pallida, du wirst fallen. Wie Serpens Falsa, Leana Subdola, Gryphus Peroltus, Corvus Loquax, Ursus Crudelis, Salamandra Veneata, wie euer Diener des Namenlosen Umbra Observata..." sagte er zu sich selbst. Er hob den Blick gen Alveran, zwischen den tanzenden Flocken die Stelle suchend, wo in Phexens Nachtschwarzen Mantel die Sternenleere klaffte. Dort hing der Feind, der Namenlose in seinen Ketten. Phux stierte auf diesen Fleck... "Ich werde dir alle deine Pläne durchkreuzen... alle deine Spinnenetze durchtrennen... alle deine Diener in dieser Gegend ausmerzen..." prach er tonlos und ein Windstoß kam von Norden und kurz erschrak Phux, als er zu hören glaubte: "Der Namenlose duldet kein Versagen...", gefolgt von dem schrecklichen Bild des sich öffnenden Schädels vor seinem geistigen Auge. Seine hesindianischen Gaben sagten ihm, dass er nichts gehört hatte, dass ihm seine Sinne einen Streich spielten, dass er zu lange wach war, zu wenig gegessen und zu viel Wein getrunken hatte und sich zu lange in das ketzerische Gedankengut des Feindes vertieft hatte... trotzdem... auf einmal war die Kälte nicht mehr angenehm. 

Sein blick zog fort von der Sternenleere zu Mada: "Phex, Beschützer und Retter Madas, der du die Fahle vor göttlichem Zorn schützen konntest, beschütze auch uns - die für dich und deine Geschwister diesen Kampf auf Dere angenommen haben - vor göttlichem Zorn des größten Feindes vor dem Wirken unseres gemeinsamen Feindes. Du weißt, dass ich in zukünftigen Taten bezahle. Du kennst meine Gedanken und das nächste Ziel. Ihre Vernichtung biete ich für weiteren Schutz auf dieser Unternehmung... und su weißt auch, dass dies nicht die letzte Figur sein wird, die wir vom Feld tilgen werden, bis das große Spiel endgültig gewonnen..."

Phux wandte sich nach diesen Worten um und kehrte in das Haus zurück. Er schloss die Läden und prüfte einen jeden noch einmal. Phex war mit denen, die ihren Teil taten. Als er wieder in den Schreibraum trat, erblickte er erneut die Stapel von Maerial. Hierher war alles verbracht worden, was sie an Informationen und Dokumenten erhalten hatten. Hier lagen hunderte Wassermaße an Arbeit in Stapeln und Rollen, in Büchern und Tontäfelchen. Phux schätzte, dass es in 8 von 10 Teilen zu nichts führen würde. Aber in 2 dieser 10 Teile würde es sie weiter führen. Irgendwo mussten die Hinweise sein, die die Ketzer bisher alle mit in die Niederhöllen genommen hatten.

Die Auswertung der Briefe, Tagebucheinträge, Kassenbücher, Tempelberichte und aller Unterlagen, die ihnen vom Rondratempel schlussendlich zugestanden worden waren, gestaltete sich langwierig und ermüdend. Tagelang war er und Magister Zolthan schon über diesen Manuskripten gesessen und hatten sie studiert, immer auf der Suche nach Hinweisen, die sie weiter in dem Netz der Spinne führen würden.

Phux fragte sich, ob hier die nun tote verräterische Löwin ihren Namen "Subdola" nicht zurecht erhalten hatte. Ihre Tarnung war meisterlich. Die Bücher bestimmt genauso gut geführt, wie die der Puniner Goldsammler der Verbrecherbanden. Er hatte bestimmt schon hundert Mal geflucht, dass es ihnen nicht gelungen war, bisher einen der Namenlosen zum Sprechen gebracht zu haben. So konnte ihnen niemand die Kürzel und scheinbar ins Bild eines Rondratempel passenden Posten erklären.

Phux zwang sich jedoch, dies Buch sich noch einmal vorzunehmen. Er wusste, dass es notwendig war, die Schuld der gefallenen Rondrahochgeweihten auf eine möglichst breite Basis zu stellen, nicht weil es einen Zweifel gab an ihrer Verdammung, sondern weil nach dem Fall einer solch hohen Person viele persönlich betroffen wären. Praios' Wege waren nur selten seine, aber in dieser Sache war klar, dass Gerechtigkeit durch Offenheit erreicht werden müsste. Und erst wenn der letzte Zweifler überzeugt wäre, dann erst wäre alles ein Erfolg gewesen.

Vielleicht war es Firuns göttliches Wissen über den rastlosen Gemütszustand der Jäger, der die Gefährten noch an diesem Ort hielt, um die wichtige Aufgabe der Aufarbeitung der Schuld der Rondrageweihten zu vollenden. Phux wusste es besser, als ihm zu zürnen. Er hatte den Brief an seine Geliebte gesandt und er ahnte, dass sie einwilligen würde und ins Bornland ziehen würde. Also galt es sich mit dem Grimmigen gut zu stellen...

"Phex, vor manche Probe stellst du mich..." sagte er mit Blick auf das Buch, die Zahlenkolonnen und die Kürzel und ihm unverständlichen Begrifflichkeiten... "Aber wenn dein göttlicher Bruder uns hier schon hält, dann sei es so. Schütze Borondria, mach, dass sie sich dazu entscheidet, hierher zu kommen sobald es geht. Sie wäre mir die größte Hilfe und Stütze." waren die letzten Worte an den Listenreichen, bevor er die Kerze ausblies und sich auf das einfache Lager bettete, das im selben Zimmer war wie die Schriftstücke.   
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Amina
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« Antwort #1 am: 14. Dezember 2007, 23:17:41 »

Mitte Hesinde, Hadon, der Phux schon bekannte Jäger, bringt ihm ein Schreiben (nach Königsberg).

Geehrter Mondschatten,

Ich hoffe, die Witterung macht Euch nicht zu sehr zu schaffen, mir geht es inzwischen besser seitdem die trüben feuchten Tage vergangen, seit diese Firunskälte über das Land gefallen. Da der Schnee so hoch liegt, ist jedoch beinah jede Möglichkeit des Kontaktes mit der Welt außerhalb der Mauern Wolfsteins zum Erliegen gekommen, und ich kann mir vorstellen, um wieviel mehr Eure Einsamkeit sein muss, da Ihr der Konversation mit Personen auf Eurer Augenhöhe erst recht und viel mehr als ich entbehren müßt, um so mehr ist Euer Dienst unter der Gnade der Götter.

Allzuviel über unsere Angelegenheit will ich nicht schreiben, auch wenn mir der Baron die Verlässlichkeit seines Mannes garantiert hat und dieser Jäger auch in den Worten Kadaans und Magister Zolthans auftauchte, doch die uns übles wollen sind sicher bestrebt, jede Möglichkeit wahr zu nehmen, uns, oder denen, die aufrecht sind zu schaden.

Nur so viel: Ich habe noch vor dem Schneefall Kontakt mit einigen Angehörigen meiner Kirche aufgenommen, die mit den Gegebenheiten in Norburg besser vertraut sind als ich es bin. Ebenso habe ich um Auskünfte über die Festumer gebeten, die in dem Dokument erwähnt wurden.
Gerne würde ich mit Euch persönlich reden, da ich meine, schon eingie, wenn auch kleine Erkenntnisse zu haben und auch um unser Vorgehen zu planen, denn ein Zögern im entscheidenden Moment kann uns weit zurückwerfen.

Jedoch -  auch wenn der Weg zu Euch zu besserem Wetter nur kurz ist, dieser Tage, bei diesem Schneefall traue ich mir keinen Ausritt mehr zu. Aber ich meine, den Baron schon überzeugt zu haben, dass wir mit dieser Kutsche, die sie hier im Winter fahren auch einmal zu Euch kommen können, oder aber, wenn ich nicht befürchten muss das das Wetter umschlägt sobald ich ein Wassermaß von der Burg entfernt bin und dieses Fieber gänzlich abgeklungen, dass ich mich auch selbst auf den Weg zu Euch machen kann.

Im Übrigen, zögert nicht, zu fragen, braucht Ihr in Eurer Arbeit in der Gemeinde Hilfe oder bei der Gestaltung des Erleuchtungsfestes. Auch wenn ich aus gegebenen Anlass zu dieser Zeit in der Burg sein werde, so kann ich doch mit manchen Dingen in der Vorbereitung sicher helfend zur Hand gehen. Es ist von großer Wichtigkeit, das diesen Leuten, die so lange dem Falschen anhingen und die wahrscheinlich schon lange die uns vertrauten Riten nicht mehr pflegen gerade zu den Feiertagen unserer GÖTter IHRe Herrlichkeit & Gnade vor Augen geführt wird, das sie sehen, das sie nicht verstoßen und die GÖTter groß sind. Nichts bereitet einem Gläubigen mehr Vergnügen, gibt ihm mehr Vertrauen und Wärme als der Segen der ZWÖlfe, der von einem Geweihten an einem so besonderen Tag gegeben wird. So gern ich also Euch auch zu diesem Tag in der Burg begrüßen würde, so sehr ist mir aber auch bewußt, dass es kein gutes Unterfangen wäre, wenn Ihr Eure Euch Anvertrauten zu einem solchen großen Festtage allein lasst.

Ich wünsche Euch erfolgreiche Tage, HESinde & PHEx mit Euch,

Mentorin Heshinyazia.
« Letzte Änderung: 21. Januar 2008, 11:08:09 von Amina » Gespeichert
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Christian


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« Antwort #2 am: 15. Dezember 2007, 14:47:44 »

Magister Zolthan war verständlicherweise schon seit ein paar Tagen ein wenig ungehalten. Die meisten Menschen wagten es gar nicht mehr ihn anzusprechen oder ihm gar im Weg zu stehen, hatte er den einen oder anderen Diener oder Soldaten schon mit harrschen Worten in den Boden geschrieen. Diese Untätigkeit ließ ihn fast mehr verzweifeln als die unheiligen Liturgien des Namenlosen. Seit Tagen saßen Sie hier nun schon fest und mussten sich ausmalen, wie sich der Feind von ihren erfolgreichen Schlägen langsam erholte und auf ihr weiteres Vorgehen vorbereitete. Nunja, die Kultisten konnten bei diesem Wetter auch nicht beliebig durch das Bornland reisen und mit dem Senden von Botschaften war es auch sehr schwierig geworden. Genau genommen war es genau der richtige Zeitpunkt für weitere Schritte der Zwölfgöttergläubigen. Sie mussten die letzten Kultisten ausstechen, bevor sie sich irgendwo im Dreck verkriechen konnten. Zolthan warf eines der Bücher zornig gegen die Wand.

"Wir kommen hier nicht mehr weiter Viento!  Wir wissen doch wer die verbliebenen Kultisten sind, oder? Wieso brechen wir nicht einfach nach Festum oder Norburg auf, um dort mit den letzten genauso zu verfahren, wie mich der falschen Hochgeweihten der Rondra - Kopf ab? Ich verstehe ja, dass Du Respekt vom grimmen Herrn Firun hast, aber wenn Hadan uns hier mit dieser Botschaft erreicht hat, können wir die Reise sicherlich auch wagen. Vielleicht warten wir noch 2 Tage, aber höchstens noch so lange, dann soll das Wetter wieder ein klein wenig milder werden. Und dann brechen wir in Richtung Festum auf. Ich muss sehen ob ich nicht neue Order von der Gilde erhalten habe. Außerdem meint auch Einyaven wir sollen uns mal nicht so haben, sie wird uns schließlich begleiten und dafür sorgen, dass wir nicht irgendwo im kalten Schnee verrecken. - Aber so kann es nicht weiter gehen." Zolthan deutet auf die zahllosen Dokumente "Du weisst genau, dass ich mich nicht tagelang hinsetzen kann um Dokumente zu studieren. Wenn es wenigstens etwas Spannendes wäre, aber nein, langweilige Eintragungen und Berichte, Belangloses. Ich sehe, wie es Dich genauso aufreibt. Und inzwischen hast Du ja schon alles mehrmals durch mein Freund. Willst Du uns nicht begleiten? Auf das wir unsere Queste vollenden, selbst wenn es jetzt ein wenig kälter draussen ist. Ich wage mal zu behaupten, dass wir uns bisher ganz gut angestellt haben, zusammen."
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Andreas
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« Antwort #3 am: 15. Dezember 2007, 18:28:58 »

Das Hilfsangebot im Geiste, Zolthans Worte in den Ohren, drückt er dem ebenso rastlosen Magus dann auf seine Worte hin genau dieses Schreiben der Mentorin in die Hand: "Vielleicht ist diesesmal das kurze Warten wirklich von Nutzen, Zolthan." sagt er dann und fügt sogleich hinzu:

"Ja, ich hasse es auch, hier festzusitzen. Aber wir wären um ein Haar gegen Leana Subdola in die Falle gelaufen und dann wäre es aus gewesen. Wir legen uns erneut mit jemandem an, der diesesmal in der Bürgerschicht Macht haben wird. Stadtrat, das sind tiefst-bürgerliche Ämter. Geld, bestimmt aus dem Handel, und dichte Gewebe aus Verbindungen zwischen blinkendem Silber und Entscheidungsträgern in allen Rängen sind beim aufstrebenden Bürgertum überall zu finden, wenn es sich diese Ämter erobert hat."

"Ja, ich will hier auch nicht mehr warten. Und ja, ich habe die meisten Dokumente schon mehr als einmal durchgesehen. Ja, wir sollten aufbrechen und den Gegner nicht zum Atemschöpfen kommen lassen. Und..." er sucht den direkten Blick, schüttelt dann leicht den Kopf, als er sichtlich ungern dann sehr sachlich sagt:

"... und wir sollten uns nicht unnötig in Gefahr bringen. Was nützt es den Göttern, den adligen Herren, dem Volk... uns... wenn wir draußen in einem unerwartet aufziehenden Firunssturm erfrieren? Ich will nicht anmaßend sein, aber wir sind zu weit gekommen, um unser Leben leichtfertig zu riskieren. Im Kampf gegen die Widersacher... ja. Ohne Zögern. Unnötig, nur um einen oder zwei Praiosläufe nicht hier sein zu müssen..." er schüttelt den Kopf leicht.

"Ach... verflucht. Ich weiß es doch auch nicht." schimpft er dann leise, mehr mit sich selbst. Was war schon Selbstbeherrschung, wenn man sie gegen sich selbst einsetzen musste und wusste, dass man das eigentlich gar nicht so wollte, wie man es dann doch tat? Ein dauernder, sinnloser Widerstreit.

"Ich stimme dir zu, Zolthan. Lass aufbrechen, sobald wir einen einheimischen Führer und gute Ausrüstung haben. Wir sind nicht bis hierher gekommen, um an den Tücken des bornischen Winters zu scheitern." das war nun sehr viel eher, was er sich dachte.

"Und dieses Material... wohin?" und er zuckt mit den Schultern... "Wolfsstein? Dabei sogleich abfragen, ob die Mentorin etwas über die Strukturen dort herausfinden konnte? Ihre Hilfe vielleicht erneut in Anspruch nehmen?" fragt er den Weißmagus, den er inzwischen sehr gut kannte und wusste, dass wohl die direkte Beschäftigung mit der Planung der Reise und des Vorgehens noch am ehesten zielführend wäre in dieser verzwickten Situation...
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Amina
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« Antwort #4 am: 17. Dezember 2007, 20:03:23 »

Magister Zolthan war verständlicherweise schon seit ein paar Tagen ein wenig ungehalten. Die meisten Menschen wagten es gar nicht mehr ihn anzusprechen oder ihm gar im Weg zu stehen, hatte er den einen oder anderen Diener oder Soldaten schon mit harrschen Worten in den Boden geschrieen. Diese Untätigkeit ließ ihn fast mehr verzweifeln als die unheiligen Liturgien des Namenlosen. Seit Tagen saßen Sie hier nun schon fest und mussten sich ausmalen, wie sich der Feind von ihren erfolgreichen Schlägen langsam erholte und auf ihr weiteres Vorgehen vorbereitete. Nunja, die Kultisten konnten bei diesem Wetter auch nicht beliebig durch das Bornland reisen und mit dem Senden von Botschaften war es auch sehr schwierig geworden. Genau genommen war es genau der richtige Zeitpunkt für weitere Schritte der Zwölfgöttergläubigen. Sie mussten die letzten Kultisten ausstechen, bevor sie sich irgendwo im Dreck verkriechen konnten. Zolthan warf eines der Bücher zornig gegen die Wand.


Nur damit wir vom gleichen reden: WO genau sitzt M.Z. fest? In dem Dorf, dass wir vom namenlosen Kult befreit haben? Dort verbringt Phux meines Wissens den Winter, da gibt es aber keine Soldaten, nur Bauern) Oder in Sirmgalvis? Das ist etwa 13 Tagesreisen von Wolfstein entfernt (bei gutem Wetter), jedoch gibt es dort Soldaten (aber keinen Phux...).

Ich will bestimmt nicht (aus)bremsen, nur mal eine gemeinsame Basis schaffen.


Vielleicht wäre ein Treffen zum oder kurz nach dem Lichtffest in Wolfstein ganz praktisch. Das Lichtfest ist am 30 Hesinde, das würde mir Outtime auch entgegenkommen, da ich dann wieder atmen darf ^^ Vorweihnachtszeit ist krass.
« Letzte Änderung: 17. Dezember 2007, 20:05:19 von Amina » Gespeichert
Andreas
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« Antwort #5 am: 18. Dezember 2007, 16:52:14 »

Ich ging eigentlich von Sirngalvis oder von einem Ort in der Baronie von unserem Etzel v. Ouvenitz aus. m Grunde ist der Ort aber doch nicht wirklich so wichtig, oder? Grinsend

Andi
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Amina
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« Antwort #6 am: 18. Dezember 2007, 23:51:19 »

ich dachte du wölltest in diesem Dorf bei Wolfstein sein, über den Winter, damit die Leute da Führung haben. Mir war in Erinnerung dass Du dem Baron so etwas zugesagt hattest. Mithin macht es schon einen Unterschied, denn dann kann man auf unterschiedliche Ressourcen zurückgreifen.

Und solltet ihr noch in Sirmgalvis sein, dann dürftet ihr einen harten Winter haben... die sind bestimmt immer noch tierisch dankbar für den Aufriss, den wir da veranstaltet haben.

Soviel dazu,

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« Antwort #7 am: 20. Dezember 2007, 10:27:42 »

Wir haben auch nicht vor, da zu bleiben. Smiley Sondern das Spiel sollte halt an die Ereignisse anschließen und dann wollten wir die DUB-Story weiterführen. Ein paar Tage sollte es sogar in Sirngalvis auszuhalten sein Grinsend

Und klar, Phux muss im Winter dann nach Königsberg.

Ich würde sagen, rein OT-technisch holen wir die Mentorin in Wolfsstein ab. Da sollten wir eh vorbeischauen. Und dann sehen wir weiter.

Sorry, dass ich das mit den Orten nicht einfach vordefiniert habe. Hätte ich mit 10 Jahren Inet-Forenspielerfahrung  eigentlich wissen müssen, dass das das Spiel stört.

Also hiermit einfach festgelegt:

Standort: SIRNGALVIS.

Teilziel: Auftakt und möglichst baldige Abreise.

Cya! Lächelnd

Andi
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Christian


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« Antwort #8 am: 20. Dezember 2007, 14:51:28 »

Zolthan überfliegt kurz den Brief der Mentorin, gibt ihn dann an Viento zurück um kurz darauf mit einem amüsierten Lächeln im Gesicht zu sagen: "Nun ich habe keineswegs vor irgendwo dort draussen zu erfrieren oder im winterlichen Bornland verloren zu gehen mein lieber Freund. Ich habe mir meinen Tod ein wenig spektakulärer vorgestellt und werde noch eine lange Zeit mit den Vorbereitungen für dieses besondere Ereignis verbringen. Du solltest also drauf vertrauen, dass Dir mit mir nicht kalt werden wird, Viento."

Bei diesen Worten erscheint eine Flamme auf Zolthans linker Hand, die dort entsprechend auch dem Wesen des Magiers unruhig hin und her tanzt.

"Natürlich sollte die Planung unserer Abreise nicht in Hast und Eile geschehen. Wohl werden wir uns über das wie und wohin einige Gedanken machen müssen. Am besten ich spreche mal mit Hadan welche Ausrüstung, also Kleidung, Schuhwerk und derlei Kram benötigt würde und gehe dann gleich die entsprechenden Sachen besorgen. Gerne kannst Du mich natürlich mit Deiner überragenden Kunst des Feilschens unterstützen, wenn Du Angst hast ich gehe mit den Händlern zu hart um. Ich hoffe Hadan ist noch da, sonst müssen wir uns auf den Rat von Stadtmenschen und Kriegern verlassen.

Auch wäre eine weiter Überlegung ob wir nich vielleicht doch Pferde mitnehmen sollten. Hier können uns sicherlich die Rondrianer weiterhelfen, denn ich gehe nicht davon aus, dass diese den ganzen Winter in Ihrem Tempel hocken, schließlich ist es hier auch nicht viel wärmer als draussen." sagt Zolthan und blickt sich dann in dem kargen Raum um, die der Rondratempel den tapferen Recken zur Verfügung gestellt hat.

Selbstverständlich müssen wir im besonderen unsere Gebete an den Herrn Firun und seine liebliche Tochter Ifirn richten, auf dass uns eben diese beiden für unsere Reise gewogen sind. Doch ich gehe sehr stark davon aus, dass auch Firun unsere Queste wider die Finsternis gerne unterstützen wird, so wir uns denn gebührlich verhalten und auch seine Gesetze ehren. Ich bin mir jedoch absolut sicher, dass Du hier die richtigen Worte finden wirst mein Freund.

Ich schlage vor, dass wir tatsächlich zunächst nach Wolfstein aufbrechen. Zum einen kann uns vielleicht der Baron, auf jeden Fall aber die Mentorin mit neuen Informationen versorgen. Auch machen vielleicht diese sinnlosen Aufzeichnungen von einem Bornländer gelesen viel mehr Sinn, so dass wir die Wolfsteiner hier auf jeden Fall einbinden sollten. Außerdem erwarte ich dort sowieso eine Antwort auf mein Schreiben nach Gareth, so diese bereits unterwegs war. Du darfst auch nicht vergessen, dass Ademar auch noch dort draussen unterwegs ist. Die einzige Spur zu ihm war ja diese dubiose Frau, zu der Du bereits in Kontakt standest, und die uns ja eigentlich auch noch mit Informationen versorgen wollte. Vielleicht wartet also auch für Dich ein schreiben in der schönen Burg des Barons.

Die Unterlagen hier sollten wir dann natürlich auch mitnehmen, auch wenn wir uns nicht mit allzuviel Gepäck belasten sollen. Doch hier ist es einfach zu gefährlich, sollten tatsächlich noch wichtige Hinweise darin versteckt sein. Auch wenn wir dem Kult hier im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf abgeschlagen und den Namenlosen-Tempel geschleift haben, können wir doch nicht sicher sein, dass sie ihre Leute nicht noch an strategisch günstigen Punkten haben. Ich hatte ja gehofft, dass während unseres Aufentaltes hier noch die eine oder andere Ratte aus ihrem Versteck kriechen würde um uns anzugreifen oder wenigstens ein Attentat auf uns zu verüben. Doch scheinbar hat ihnen unser Vorgehen der falschen Hochgeweihten gegenüber gehörige Angst eingejagt." Zolthan lässt die Flamme in seiner Hand verschwinden und wirft Viento einen schelmischen Blick zu. " Mir ist vollkommen klar, mein lieber Freund, dass Dir meine Vorgehensweise diesbezüglich nicht unbedingt zusagt. Schließlich wurdest Du bei der Durchführung meines letzten Planes nicht nur fast vergiftet und in einem Peraine-Tempel verbrannt, sondern erlagst auch beinahe einem Armbrustbolzen des Feindes. Aber Du musst zugeben, dass mein Plan perfekt funktioniert hat. Wir hatten die Gelegenheit die falsche Rondra-Hochgeweihte vor den Augen ihrer Leute anzuklagen und ihn einem rondragefälligen Zweikampf niederzustrecken, während wir gleichzeitig noch im gleichen Raum die anderen Kultisten überwältigen konnten. - Gut, mein offenes Vorgehen ist manchmal ein klein wenig riskant, das gebe ich ja zu. Jederzeit würde ich mich natürlich auch auf einen gut durchdachten Plan unter dem Deckmantel des Listigen einlassen, fürs nächste Mal..."
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« Antwort #9 am: 21. Dezember 2007, 16:17:46 »

Phux musste kurz amüsiert schmunzeln, als er die Flamme auf einmal in der Handfläche tanzen sah und meint dann nur ebenfalls nicht wirklich gänzlich ernst:

"Zolthan, du musst mir nichts beweisen. Ich mag mich mit der Ars Magica nicht auskennen, aber wer Ketzer auf 20 Schritt mit einem Lanze aus versengendem Feuer verbrennen kann, von dem gehe ich aus, dass man in seiner Gegenwart nicht allzuleicht erfriert." und er schüttelt schmunzelnd den Kopf und hört den den restlichen Worten zu, die sich mit dem baldigen Aufbruch beschäftigten. Er stimmte den allermeisten mit einem knappen Kopfnicken zu, manchmal amüsiert, manchmal ernster.

"Trotzdem sind wir uns einig, dass wir es nicht wegen ein paar Praiosläufen herausfordern müssen." fasst er dann zusammen, um daraufhin konstruktiv zu werden: 

"Wir holen uns gleich morgen Rat ein, versuchen Hadan zu finden, kaufen den Kram, den wir brauchen und schauen dann, dass wir so schnell es Firun und Ifirn zulässt, aufbrechen. Dann sind wir uns soweit einig, dass wir nach Wolfsstein gehen, dort Nachrichten erhalten und Informationen einholen, bevor wir weiterziehen. Das klingt sinnvoll und so machen wir es...." fasst er seinen eigenen Entschluss, der mit dem von Zolthan vorgestellten nun übereinstimmte, noch einmal zusammen.

Und als Zolthan dann seinen genialen Plan lobt, sieht er ihn so skeptisch an, dass er fast schon erwartete - was Zolthan dann ja auch tat - dass er irgendwo eine relativierende Passagen einbauen würde, die die Genialität des Planes ein wenig in Zweifel stellen ließe. Und er kommentiert diesen Plan dann am Ende, nachdem er schmunzelnd zugehört hat: "Also wenn du wieder vorhast, dich als Zielscheibe irgendwo auf einen Marktplatz zu stellen, damit du an den Richtungen, aus denen die Angriff auf dich einprasseln, die Täter erkennen kannst, dann..." und er schüttelt mit einer Mischung aus gespielter Verzweiflung und Schmunzeln (denn es war ja gut gegangen)

"... dann sag es mir vorher. Dann bin ich in dem Moment gerade woanders, um dir dann zu Hilfe zu eilen, wenn du alle Angreifer ausgespäht hast und hoffentlich nicht so von Pfeilen gespickt bist, wie ein almadanischer Stachelwaldigel."

Was anfangs wirklich auch Wut auf Zolthans - in seinen Augen - dummes vorgehen gewesen war, das ihn fast das Leben gekostet hatte, einen Geweihten in Lebensgefahr gebracht hatte und einen Tempel niederbrennen ließ, war inzwischen keine mehr. Der Erfolg hatte die Folgen dieser Taktik in ein gutmütiges Licht gerückt, auch wenn das wohl nicht alle so sahen. Die Gewinn-Verlust-Rechnung war bei einigen sicherlich nicht so offensichtlich in der Gewinnzone, wie für die Jäger selbst. Außerdem wusste Phux, dass man für alles bezahlte. Und ein Sieg über einen hohen Gegner, der ebenfalls die Macht eines Gotter hinter sich wusste, war nicht umsonst zu erringen. Es hätte schlimmer kommen können

"Wißt du, Zolthan... wüsste ich nicht, dass ich dir vertrauen kann und dass dein Handeln der rechten Seite zugute kommt, würde ich sagen, dass du einer der berechnendsten und gleichzeitig wahnsinnigsten, unberechenbarsten und damit einer der gefährlichsten Menschen bist, denen ich bisher begegnet bin." und das sagt er sehr ernst, bis ihm ein Schmunzeln auskommt, das sich erst in den Augen andeutet und sich dann ausbreitet:

"Und das ist auch gut so. Sie sollen uns fürchten... und trotzdem sollten wir auch hier unser Glück nicht überstrapazieren. Ich kann unschwer beweisen, dass Glück nicht aufgebraucht werden kann, aber der hesindianische und nandurianische Verstand sagt uns, dass jede Theorie Lücken haben kann... und man Gefahr meidet, wenn man es kann. Wir geben Phex diesesmal eine Chance... wenn es sich ergibt. Wovon ich ausgehe."
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Julia
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« Antwort #10 am: 20. Januar 2008, 22:04:50 »

*outtimekurzreinflüster* Der Jäger heißt Hadon ..... ohne "r" .... *wiederleiseverkrümel*
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Chadim
Größter Dramaturg Deres; Kammerdiener von Thesia von Wolfsstein; freiberuflicher Nekromant; einer der vier Ehemänner der Awahr Palm
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« Antwort #11 am: 30. Januar 2008, 12:14:10 »

Derweil in Wolfstein:

Schwer blies der Wind von firunwärts und schien die sanften Ifirnsflocken chaotisch, aber doch von einem seltsamen Muster bestimmt, über den Hof der Burg zu Wolfstein preschen. Kaum zu erkennen war jene Figur, fast gänzlich in weiß gehüllt, welche ihren Weg gen Haupthaus suchte, die seltsam um den Kopf gewobenen Bänder blauen Leinens immer wieder zurecht rückend, auf das sie auch weiterhin kaum einen Blick auf sein Angesicht erlaubten. Mit sanftem knarren öffnete sich die kleine Mannpforte, als der Vermummte Einlass nahm.

"Chal'Awalla! Erhabene Stute! Was hat mich nur geritten so weit von Praios prächtigem Anlitz meine neue Heimstatt zu wählen? So kalt wie es hier ist, mag man beinahe schon denken, daß man in den Niederhöllen gelandet ist..." fluchte der groß gewachsene Mann mit tulamidischem Einschlag, während er mit sanften Griffen den Turban löste, um sich den Schnee aus dem langen Haupthaar und dem Bart zu streichen. Festen Schrittes wählte er schließlich den Weg zu seinem derzeitigen Gemach auf der Burg.

Die schwere Tür aus Andergaster Steineiche war bereits seit einigen Minuten zu gefallen, als sich Chadim endlich erhob, sein Gebet zu dem geierköpfigen Boron und dem mungoleibigen Feqz, seine Fürbitte um das Wohl der Seelen seiner ehemaligen Herrin und ihres Gatten zu beenden, und sich zu dem kleinen Kamin des Zimmers begab. Die Hitze der noch immer glosenden Kohle wallte ihm entgegen, doch wo es allen Anderen auf der Burg längst unerträglich heiß gewesen wäre, war es ihm gerade recht.

Mit wenigen Handschlägen rückte er den leichten tulamidischen Liegeteppich vor dem Kamin zurecht, gleich darauf Platz auf ihm suchend, den Rücken sanft von einem Kissen gestützt, gegen die Wand gelehnt. Langsam entschwanden ihm die Gedanken, glitten zu den Ereignisen der letzten Wochen, der letzten Monde. Viel war geschehen, mehr Unglück als Glück. Seine vormalige Herrin hatte ihren Tod durch Feindeshand gefunden, ihr Angetrauter ebenso. Schreckliche Kreaturen des Spinnenleibigen waren über Wolfstein und Waldmark eingebrochen und noch immer herrschte dieser Wahnsinnige in Ouvenitz. Doch wie sagte man: Hilf dir selbst, dann hilft dir Feqz! Die Aufgaben waren klar, die Umsetzung würde folgen. Und doch konnte sich Chadim nun nicht ein selbstzufriedenes Lächeln verkneifen. Immerhin war es ihm doch gelungen so manchen Einblick in das Leben seiner neuen Herrin, ihres Gatten und ihrer Familie zu bekommen. Als beinahe vollkommen sicher durfte es nun für ihn gelten, daß diese nicht vom Iblis vereinnahmt waren, sondern stolz und treu bei den Zwölfen standen. Und auch die neue Mentorin Heshinyazia durfte wohl als unbeschollten gelten. Als nächstes galt es also erneut in Kontakt mit Viento zu treten, um zu sehen, ob er etwas Neues heraus bekommen hatte.

Doch zunächt, ja zunächst einmal galt es diesen niederhöllisch kalten Winter hier so weit im Norden zu überleben, ging es Chadim durch den Kopf, als ein kalter Windstoß seinen Weg durch die Ritzen der Fensterläden hindurch zu ihm suchte, während er schließlich langsam, im Gedanken an all die schönen Dinge, die sich in der kürzlichen Vergangenheit ergeben hatten - die Bekanntschaft mit seiner neuen Herrin, sein Erwerb neuen Wissens über des Mungoköpfigen Wege dank des Effendi Viento, neue Freunde, das Kennenlernen seiner Schwester - in Borons Armen versank.

OT: Nun, nun: Auf, auf nach Wolfstein! Da wartet jemand auf euch!
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"Das Gemüse... Das Gemüse... Das Gemüse ist so teuer in diesem Sommer... Diesem unendlichen Sommer!!!"
"Eure Karotte! Eure riesige Karotte! Ich habe sie gesehen! Sie ist riesig! Aber sie ist angebissen! Wieso ist eure Karotte angebissen???"
Amina
Gast
« Antwort #12 am: 10. April 2008, 02:10:53 »

Ich schließe hier ersteinmal an die Ereignisse an, die in Sirmgalvis stattfanden.

Die Mentorin hatte sich bereiterklärt, in der Begleitung des Herrn von Kragenfels nach Wolfstein zurückzukehren, um dem Baron Bericht zu erstatten. Zu Pferde könnten sie die Strecke gut in der halben Zeit schaffen und vielleicht noch, bevor die Straßen so schwer passierbar wurden. Außerdem gab es einige Dokumente, die sie dort noch in Ruhe einsehen wollte, der Aufbruch damals, um die gefallene Rondrageweihte zu stellen, ging gar zu schnell.

Leicht ließ sich der Krieger davon überzeugen, dass sie den Weg über Firunen und Rodebrannt nehmen könnten, die Mentorin wollte sich selber von einigen Dingen überzeugen, die sie im Tagebuch Kaadans gelesen hatte. Mit Bedauern dachte sie an den jungen, engagierten Draconiter, der sein Leben gegeben hatte weil er für seine Göttin einstand. Sie wusste, dass sie ihm in Kuslik oder in Punin in einem Disput begegnet war, aber noch mehr hatten sie die Gespräche in Festum davon überzeugt, dass er ein gradliniger Mensch war, der für die Verbreitung der hesindianischen Gaben offen eintrat. Sie hoffte sehr, dass seine Einschätzung des Tempels in Firunen mehr auf einer differenzierenden Ansicht der Kirche beruhte als auf einer wirklichen Verfehlung der beiden ansässigen Geweihten, aber die letzten Jahre hatte viele der besten Kräfte der Kirche gefordert, viele, die am stärksten für die Herrin eintraten waren im Dienst in Tobrien gebunden und vielleicht war so auch im Firunener Tempel die Kraft der Herrin geschwunden.

Als sie Firunen erreichten, zögerte die Mentorin nicht, den Tempel aufzusuchen. Der  Geweihte war alt, sein Tempeldiener nicht minder, und beide, da gab die Mentorin Kaadan Recht, zeigten nur noch wenig Engagement für die Verbreitung der Gaben der Herrin, der Unterricht war mehr Pflicht als Göttinnendienst, als den ihn Heshinyazia verstand. Die beiden Geweihten zeigten sich auch etwas unwillg, die Interna offenzulegen und die Mentorin war gezwungen, daran zu erinnern, welche Befugnis ihr durch Erzwissenbewahrerin und die Erhabene verliehen worden war. Schließlich lenkten die beiden ein. Die Bücher des Tempels waren jedoch von einem jungen Akoluthen sorgfältig geführt und zeigten keine Verbindungen mit Wolfstein auf. Durch Gespräche mit dem Tempeldiener erfuhr die Mentorin dann auch den Grund für die Missstimmung der beiden Alten: Seit mehreren Jahren versuchten sie schon, Nachfolger für den Tempel zu finden, und Scholaren auszubilden, jedoch sei jeder und jede bisher nach der Weihe nicht nach Firunen zurückgekehrt, immer waren sie den Draconitern begetreten und inzwischen hatten beide schon den Glauben daran verloren, dass der TEmpel und die Bibliothek Bestand haben möchte. Außerdem kränkte die beiden, dass die Herren der Stadt es inzwischen vorzogen, ihren Zwölft anderen Tempeln abzutreten. Dass Seine Gnaden Kaadan im übrigen mit den beiden Pastori zusammenstieß, verwunderte die Mentorin nicht weiter, dass er einer anderen Richtung der Kirche angehört hatte, war kein Geheimnis.
Die Mentorin würde um Entsendung einer jungen Geweihten bitten, aber sie war froh, dass dieser Tempel ihrem Ansehen nach  nicht in den namenlosen Kult verstrickt war.


..

Die Nächte waren kalt, frostklar schon und am Morgen stand schon der Reif auf den Ästen der unbelaubten Bäume. Die Mentorin war froh, als sie beide die Mauern Wolfsteins erreichten, unbehelligt, unversehrt. Mit Entsetzen reagierte der Baron auf den Bericht der Geweihten, und der Mentorin war klar, dass sie die Familie nicht über den Winter verlassen sollte, allzusehr hatten die Ereignisse am Weltverständnis des Barons, seiner Frau und der Tochter gerüttelt, von den Dienern und den Dorfbewohnern gar nicht zu reden und schnell würde ihrer aller Sieg über die Frevler nutzlos sein, wenn Gerüchten und Mutmaßungen nicht mit Entschlossenheit entgegengetreten wurde.

Kraft kosteten die vielen Gespräche, häufiger als sonst kamen selbst einfache Leute zur Burg, um den Baron um Rat zu bitten, mit der Geweihten zu reden, Verdächtigungen wurden geäußert und manchmal war es schwer, herauszufinden, ob da manch einer nicht einen anderen grundlos verdächtigte. Dankbar war die Mentorin daher über die Hilfe der Baroness, die ihre Leute kannte und manche Verwirrung klären konnte.

Viel Zeit verbrachte die Mentorin damit, Briefe zu schreiben an Freunde, Bekannte und Leute, die ihr noch Gefälligkeiten schuldeten. Als der Winter einbrach, heftig, mit reichlich Schnee, begann sie das Hesindefest vorzubereiten, der Feiertag war ihr wichig und sie setzte sich dafür ein, dass möglichst viele Leute daran teilhaben sollten, und dieses Ansinnen unterstütze die Baronsfamilie.

Mitte des Monats Hesinde besuchte die Edle von Silberwitz die Familie und in ihrem Gefolge war auch ein tulamidischer Diener, Mentorin Heshinyazia genoss es, dass es jemanden gab, der eine Teezeremonie so schätzte wie sie. Der Diener berichtete auch das Ersehnte: die Nachricht, dass Seine Gnaden Viento und Magister Zolthan wieder im Lande seien, beide vorerst wohl in Königsberg.

Doch bevor noch die Mentorin zu einem Gespräch aufbrechen konnte, erkrankte sie an einem schweren Fieber, dass sie mehrere Tage ans Bett fesselte.



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