Forum der Larpmeystergilde
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Autor Thema: Codex Albyricus  (Gelesen 18242 mal)
Nidgar
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« Antwort #15 am: 28. April 2013, 17:51:02 »

Ich habe mich beim Schneidern unserer Gewänder nun auch intensiv mit den vorgegebenen Gewändern auseinander gesetzt. Zum Glück kommen wir aus Thorwal, und diese Akademie sieht die Kleidervorschriften meiner Meinung nach etwas lockerer. Dennoch würde ich als Magier doch immer versuchen, mich an diese Vorgaben so zu halten, wie es eben die von mir gespielte Person auch täte (in unserem Fall halt nicht zu 100%).

Ich finde, dass die Vorgaben im großen und ganzen gut umzusetzen sind. Bei den Sandalen nimmt man halt normale schwarze oder dunkle Sandalen und fügt noch im Nachhinein ein langes Lederband hinzu, das man sich bis zu den Knien schnüren kann. Seide ist wirklich kaum für ein Larp zu leisten, aber ich habe das beispielsweise sehr billig ersetzen können durch alte gebrauchte Saris, deren Kunstseide nah genug vom Aussehen her an Seide rankommt. Ob das Leder wirklich Ochsenleder ist, erkennt eh kein Mensch in der heutigen Zeit, was sicher auch für die absolute Korrektheit bei Woll- und Leinenstoffen gilt. (Und überdies, alles aus Bausch kann man eh ganz frei interpretieren, weil es Bausch halt nur auf Dere gibt... glaube ich).
Dass das alles in einer Einheitsrobe endet, mit Verlaub Gunther, das halte ich für Unsinn. Es gibt bei Kleidung so viele möglichen Schnitte und Musteranordnungen, dass diese wenigen Regeln immer noch eine riesige Vielfalt zulassen. Was habe ich nicht selber groß gegrübelt, welche von den vielen Ideen ich nun für dieses Larp dann konkret umsetze - ich könnte dutzende sehr verschiedene Leichte Gewänder machen und dutzende verschiedene weiße Hosen (man denke nur an die Einheitskleidung Jeans - wahnsinn, was es da für Vielfalt gibt).

Ansonsten denke ich mir, dass ich als Spieler keinen anderen Spieler verurteile, wenn er/sie nun nicht mehr geschafft hat (Gründe gibt es da sicher viele), das 100% korrekte Gewand zu schneidern. Da sollten wir wirklich keine Spießer sein. Aber als Helden dürfen wir das schon sein! Als Held in meiner Rolle könnte ich schon mal einen doofen Kommentar abgeben, dass sich jemand anderes nicht an den Kodex gehalten hat. Wenn mir zum Beispiel irgendein Weißmagier allzu pingelig mit irgendwelchen Regeln daher kommt, aber sich dann selber bei seiner Kleidung nicht dran hält, dann muss er/sie sich schon auf eine Retourkutsche gefasst machen!
« Letzte Änderung: 28. April 2013, 17:59:11 von Nidgar » Gespeichert
Gunther
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« Antwort #16 am: 29. April 2013, 11:13:15 »

Ich sehe hier eigentlich nur einen IT-Konflikt und der scheint mir persönlich eigentlich durchaus reizvoll. Smiley

Na ja, eben nicht. Wir haben ein OT-Problem, das sich mit einem IT-Konflikt überlagert. Für meinen eigenen Charakter habe ich überhaupt kein Problem, aber wenn der Codex gewisse Elemente am Konventsgewand (bzw. allgemein als Element der anderen Gewandungen) vorschreibt, dann kann man davon ausgehen, dass (fast) jeder Weißmagier sich daran hält. Spieler von Grau- oder Schwarzmagiern haben hier kein Problem, schon klar, aber von einem Weißmagierspieler würde ich erwarten, dass er jene Vorschriften schon annähernd bis ins Detail erfüllt. Und genau dazu, behaupte ich, sind die wenigsten Spieler OT in der Lage - sei es, weil ihre Roben in Unkenntnis des Codex angefertigt wurden, oder will sie bisher schlicht und einfach nur über ein Reisegewand verfügen (mit dem sie üblicherweise auf Abenteuercon gehen) und nicht für das Konvent extra Gewandungssätze anfertigen wollen bzw. weil Seide ihnen schlicht zu teuer ist als Material. Wenn man also die Gewandungsbestimmungen im Codex für unser bespieltes Aventurien als Vorschriften festlegt, dann muss man also ziemlich vielen Spielern entweder schlechte Darstellung unterstellen, oder man sollte ihnen nahe legen, dass sie Angehörige anderer Gilden spielen sollten. Natürlich spricht nichts dagegen, einen Weißmagier zu spielen, der sich aus bestimmten Gründen nicht genau an die Gewandungsbestimmungen hält, aber wenn diese Personen sich häufen (also bei angenommenen 40 Magiern auf dem Con, davon ein knappes Drittel Weißmagier, also abgerundet 10, wovon sich sicher 8 nicht mit einer codexgemäßen Gewandung schmücken können), dann macht das unser Aventurien nicht unbedingt glaubwürdiger.

Wenn es von der SL gewünscht ist, dass das Gros der anwesenden Magierschaft Collegae sind, die von einem seriösen Weißmagier garethischer Prägung als zwielicht bezeichnet werden würden, dann mag dieser Weg natürlich ein gangbarer sein. Allerdings wäre es dann empfehlenswert, die entsprechenden Collegae bzw. deren Spieler auch auf diesen Umstand hinzuweisen, damit sie auf dem Con nicht aus allen Wolken fallen.

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren OT-IT-Konflikt, der aus der Spielbarkeit auf dem LARP resultiert: Aus welchen Gründen auch immer hat sich in der Vergangenheit die Meinung duchgesetzt, dass generische Weißmagier üblicherweise weiße Roben tragen, generische Schwarzmagier üblicherweise schwarze. Ich brauche denke ich nicht zu erwähnen, dass die Farbe weiß gemäß Codex nur für Beschwörungs- und Reisegewand zulässig ist, nicht jedoch für repräsentativere Gewänder. Alle Weißmagier mit weißen Roben entsprechen somit nicht dem Codex. Sollen sie nun darauf hingewiesen werden, dass es empfehlenswert ist, sich eine andersfarbige Robe zuzulegen? Oder ist es nicht vielmehr wünschenswert, der OT-Assoziation weiße Robe=Weißmagier den Vorzug zu geben und so eine intuitive Einordnung zu ermöglichen (wobei dies natürlich nicht heißt, dass alle Weißmagier weiße Roben tragen sollen).

Wie sollte nun also das Dilemma gelöst werden? Eine Möglichkeit wäre, (wie von Vivi andeutungsweise  vorgeschlagen) nur bestimmte Aspekte der Gewandungsregeln als verbindlich einzustufen, also z.B. Schuhwerk und Gürtel zu vernachlässigen. Aber was sollte dann verbindlich bleiben? Die Anzahl von 5 Gewandungen, die jeder Magus besitzen sollte? Die Stoffart (Seide beim Konventsgewand und veim Großen Gewand, Leinen beim Reisegewand)? Die Stofffarbe? Die Symbolbestickung? Ich denke, dass es keinen einzigen Punkt gibt, der vom Großteil der Spielerschaft leicht genug zu erfüllen wäre, um als verflichtender Status Quo anerkannt zu werden. (Am ehesten vielleicht noch die Hut-Vorschriften)
Deshalb halte ich es für spielfördernder, die Gewandungsregeln so zu interpretieren, wie sie meiner Meinung nach auch von den Autoren mal angedacht waren: Als überliefertes, traditionelles Idealbild, von dem abzuweichen jedem Magus frei steht, ohne eine Anklage oder Rüge seiner Gilde fürchten zu müssen, so lange Grundprinzipien wie die Erkennbarkeit als Magierrobe (und meinetwegen auch das Tragen eines entsprechenden Hutes) gewährleistet sind. Der Grund für das Tragen entsprechender Gewandungen wird in meiner MdSA-Quelle (DSA3) noch mit sphärenharmonischen Prozessen angegeben, weshalb nach DSA3 beim Tragen eines entsprechenden, passenden Gewandes auch das wirken bestimmter Zauberformeln um 1 Punkt erleichtert war. Diese Regel (die glaube ich bei DSA4 wieder abgeschafft wurde, wenn ich mich nicht irre) zeigt finde ich sehr schön, wie man eine (IT-) Motivation schafft, seine Gewandungen an die entsprechenden Kleidungsvorschriften anzupassen oder anzunähern, ohne sie gleich als verflichtende Vorgabe festzuschreiben. Interpretiert man die Gewandungsvorschriften (oder darf ich sie nun Richtlinien nennen?) auf diese Art und Weise, öffnet das außerdem tatsächlich den Raum für Spiel um diese Gewandungsbestimmungen, da es auch dem gesetzestreuen Weißmagier eine Argumentationsgrundlage verschaffen kann, warum er sich z.B. lieber in eine weiße Robe als eine "dunkelblaue Seidenrobe mit Symbolen der Elemente, der Planeten und der Macht" (letzteres besonders interessant) kleidet, welche gemäß DSA3-Regel u.a. das Wirken von Beherrschungszaubern erleichtert. Der Weißmagier kann mit dem Weiß als Symbol der Praiostreue und der Gesetzlichkeit argumentieren, ohne gleich als CodexAlbyricus-Brecher gebrandmarkt zu werden. Umgekehrt verschafft diese Sichtweise aber auch einem anderen Weißmagier mit dunkelblauer Seidenrobe die Möglichkeit, sich bei einem anderen Weißmagier als besonders "weiß" darzustellen, weil er die Richtlinien zur Gewandung buchstabengetreu interpretiert. Das schafft Raum für Diskussion und Spiel und sorgt dafür, dass auch der Bedienung von Klischees wie dem weiße Roben tragenden Weißmagier weiterhin entsprochen werden kann.
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Nidgar
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« Antwort #17 am: 29. April 2013, 13:20:10 »

Du hast mich mit deinen Ausführungen größtenteils überzeugt, Gunther, denn auch ich finde, dass der Zugang zum Larpen eher vereinfacht denn erschwert werden sollte. Teure und komplizierte Kleidungsvorschriften sind definitiv eine Spielbremse, weil nicht alle die Zeit und das Geld haben, diese umzusetzen. Oder einen Stil für ihren Magier im Kopf haben, der sich nun mal gar nicht mit dem Kodex deckt (vor allem, da mir der Kodex manchmal recht willkürlich erscheint und in der DSA-Welt in ihren Illustrationen und Beschreibungen noch lange nicht verwurzelt ist).

Ich finde Gunthers Vorschlag der Auslegung des Codex als Tradition daher recht gut.


Allerdings frage ich mich auch, ob da nun nicht mit zweierlei Maß gemessen wird. Andere Rollen sind in ihrer Ausrüstung auch sehr teuer und da habe ich noch keine Meckereien bisher gehört. Eine Rüstung etwa für Krieger- und Rittercharaktere ist sicherlich um einiges teurer als eine kodexgemäße Magierrobe, selbst eine mit einem Großen Gewand aus Seide.

Überdies könnten sich Weißmagier, die es nicht geschafft haben codexgemäße Gewänder zu schneidern, trotz bester Absichten ihrer Helden, sich codexgemäß zu kleiden, auch ic-Begründungen ausdenken, wieso das so ist. Möglich wäre ein Überfall oder Diebstahl auf der Reise, eine blöde Dornenranke oder ein umgeschüttetes Glas Wein und es fand sich nun mal auf dem Weg nicht ein Schneider, der die perfekte Robe innerhalb kurzer Zeit herstellen kann - der erste Weg eines solchen Weißmagiers wäre dann zur Konventsleitung, bei der offiziell für den Bruch mit dem Kodex um Entschuldigung und Nachsicht ob der Umstände geleistet wird.


Im Folgenden noch ein paar praktische Vorschläge für die Umsetzung der Vorgaben, denn ich widerspreche nach wie vor, dass die so wahnsinnig problematisch und teuer in der Umsetzung sind:

- Ein Magier soll 5 Roben besitzen. Das heißt aber nicht, dass er/sie die auch alle zu einem Konvent mitnehmen wird. Ich würde da angesichts der Tragebelastung wohl nur 3 mitnehmen: Reiserobe, Festrobe und eine andere Robe, die ich zu den Anlässen tragen kann, an denen ich nicht so prächtig (Festrobe) sein will, aber auch nicht so schlicht (Reiserobe).

- Mir erscheinen am schwierigsten die Stickereien. Das könnte man improvisieren, indem man die Zeichen aufdruckt, aufmalt oder als Applikation annäht. Eventuell ist es aber gar nicht so unendlich teuer, sich die in Stickereien (oder wie heißen die Läden, wo man Kappen und T-Shirts besticken lassen kann?) sticken zu lassen. Leuten, die sogar Stickmaschinen besitzen, empfehle ich das kostenlose Programm Sophiesew, mit dem man sich die Muster selber nachbasteln kann.

- Leichtes Gewand: sehe ich als unkompliziert in der Umsetzung an und hier kann man sich auch im Schnitt und bei den Mustern austoben. Den Gürtel kann man aus den Stoffresten des Gewandes schneidern. Die Kappe verlangt nicht mal echte Widderhörner, sondern wohl nur welche in Widderform. Ein spitzer Hut ohne Krempe ist auch machbar.

- Großes Gewand: Da scheint mir das schwierigste die Seide zu sein. In der heutigen Zeit muss aber niemand echte Seide nehmen. Es gibt sehr viele Stoffe, die Seidenähnlich aussehen. Ich habe beispielsweise gebrauchte Saris für 20 Euro aus Kunstseide gekauft, da reicht einer genau für ein Gewand und tolle Borten gabs kostenlos obendrauf. Einen schwarzen Gürtel wird wohl auch jeder zu Hause haben, dieser muss noch nicht mal aus Leder sein. Bei der Kappe würde ich solche Faschingskappen (solche mit den Teufelshörnern oder Mickey-Mouse-Ohren, was auch immer man leicht abbekommt) zurückgreifen und einfach die Seidenreste des Gewandes drüber nähen. Bei einer enganliegenden Haube kann man sich eh austoben, ich weiß noch nicht mal, was darunter genau verstanden wird.

- Beschwörungsgewand: Dazu muss ich nix sagen, das ist nun wirklich gar keine Schwierigkeit.

- Festgewand: zur Seide siehe Großes Gewand. Schwarze Ledergürtel sind nun wirklich auch nicht schwer aufzutreiben und wer in der heutigen Zeit erkennt schon, aus was für einem Leder die genau gemacht sind. Bei den Sandalen empfehle ich einfach normale geschnürte Sandalen zu nehmen, zur Not kann man auch seine eigenen alten ausrangierten Sandalen schwarz färben (habe ich gemacht). Es gibt mit Sicherheit irgendeine Stelle an diesen Sandalen, an der man ein langes schwarzes Lederband einfädeln/anbringen kann, das man sich dann bis zu den Knien schnürt.

- Reisegewand: Das größte Problem ist hier wohl das Leinen, aber auch da lassen sich wahrscheinlich leinenähnliche Stoffe finden. Beim Mantel (ich glaube nicht, dass sich irgendwer beschwert, wenn es ein Umhang und nicht ein Mantel ist) kann man bei jedem Stoff behaupten, dass das Bausch sei.



 
« Letzte Änderung: 29. April 2013, 13:24:03 von Nidgar » Gespeichert
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« Antwort #18 am: 29. April 2013, 14:47:38 »

Es gibt mWn auch keine Pflicht auf einem Konvent überhaupt das Konventionsgewand zu tragen. Das zu tun mag zwar für die meisten das Naheliegendste sein. Aber man kann auch in Reisegewand herumlaufen rein rechtlich und sich sein Konventions-/Festgewand für "wirklich hohe Feste" aufheben. Das kann auch damit zusammenhängen, dass man z.B. zu Fuß angereist ist und nicht noch mehr Gepäck durch halb Aventurien schleppen wollte als eh schon. (Für eitle Magier ist das vielleicht keine Option. Aber denen fällt zur Not vielleicht auch noch ein anderer guter Grund ein.)
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« Antwort #19 am: 29. April 2013, 15:19:18 »

Habe gerade noch was Praktisches gefunden in der Wikipedia:
"Samt wurde geschichtlich zunächst aus Seide gefertigt (Naturseidensamt), heute ist Baumwollsamt oder Chemieseidensamt verbreitet.

Wer Samt verwendet für seine Robe, genügt damit also auch in vorbildlichster Art und Weise der Kleiderordnung. Smiley
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« Antwort #20 am: 29. April 2013, 15:40:17 »

Keine Panik: Es wird niemand an den Konvents-Tür abgewiesen, weil er nicht die richtige Kleidung hat.
Auch wer nur eine einzige Robe hat wird eingelassen.

Wenn die Magier IT ein bischen rumdiskutieren, wer nun warum nicht "gut" gekleidet sei, finde ich das eigentlich auch ganz witzig.
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« Antwort #21 am: 29. April 2013, 16:14:21 »

Oh, ich wollte niemals unterstellen, dass selbst die strikteste Auslegung des Codex dazu führen sollte, dass jeder Magierspieler alle 5 Gewänder dabei haben sollte. Es ist offensichtlich, dass man als reisender Magus nicht immer alles mitschleppen kann.

Ich wollte auch nicht behaupten, dass es im Einzelfall außerordentlich schwierig oder über die Maßen teuer ist, Gewandungen strikt nach dem Codex anzufertigen, speziell wenn man sich auf ein einzelnes Gewand wie z.B. das Reisegewand konzentriert. Allerdings ist es nun mal so, dass von 100 existierenden LARP-Magierroben 99,5 nicht dem Codex entsprechen, sei es aus Unkenntnis, aus Gleichgültigkeit oder weil die Besitzer diese ursprünglich für nichtaventurische Charaktere verwendet haben. Es wäre für viele Spieler sicher nicht angenehm, wenn man ihnen wenige Tage vor dem Con nahe legt, dass diese Roben eigentlich nicht den Gewandungsregeln für Magier entsprechen und sie sich schon mal darauf einstellen sollten, wie sie damit umgehen. Wenn man so viel Wert auf diese Regeln legt, dann hätte man dies am besten schon vor Monaten kommuniziert, als die Teilnehmer noch genug Chancen hatten, sich zwischen Ersatzgewandung und Ersatzcharakter zu entscheiden.

Der Vergleich mit dem Ausrüstungsaufwand anderer Rollen ist in diesem Sinne nicht zielführend, zumal es denke ich einen Unterschied macht, ob man einen langjährigen SC-Charakter ausrüstet, oder ob die Gewandung nur für ein einzelnes Con dienen soll. Ich sage an dieser Stelle aus der Warte einer in die Zukunft blickenden LARP-Orga, dass ich froh bin, wenn möglichst viele der Konvents-SCs Gelegenheitscharaktere bleiben, da ich befürchte, dass uns sonst bei zukünftigen Cons eine beispiellose Magierschwemme ins Haus steht. Insofern finde ich es aus strategischer Sicht extrem kontraproduktiv, die Teilnehmer zu übermäßigem Aufwand für die Gewandung zu treiben, welcher spieltechnisch vermeidbar wäre.
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« Antwort #22 am: 29. April 2013, 18:02:25 »

Hm, da ergibt sich bei mir leider auch das Assoziationsproblem mit der weißen Robe. Und jetzt treib ich auch definitiv keine andere mehr auf (schon gleich mal keine taugliche).

Die Ausreden finde ich etwas merkwürdig, wenn der Großteil der Weißmagier auf der Anreise von Weingläsern oder Dornenranken angefallen wurde (Verschwörung?). Eine andere Begründung stelle ich mir speziell für diese Gilde schwierig vor. Bin auch persönlich nicht arg begeistert von einer Gewandungsdiskussion, die für meine Magierin IT schwer begründbar wird.
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« Antwort #23 am: 29. April 2013, 18:15:17 »

Aber als Reiserobe ist eine weiße Robe doch prima...

und das mit den Dornenranken und Dieben waren nur Beispiele... die Fantasie der Spieler ist doch glücklicherweise meist sehr groß, dass ihnen auch was anderes einfallen mag : )

Die strategischen Gründe finde ich ebenfalls sehr stichhaltig. Na, an mir wird es eh nicht scheitern, ich habe weder ic noch ooc vor, eine Gewandungsdiskussion vom Zaun zu brechen. In der Hinsicht bin ich persönlich völlig einverstanden damit, wenn der Codex eher als Tradition und Richtlinie, denn als Vorschrift ausgelegt wird.
« Letzte Änderung: 29. April 2013, 18:23:00 von Nidgar » Gespeichert
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« Antwort #24 am: 29. April 2013, 18:55:53 »

Na, an mir wird es eh nicht scheitern, ich habe weder ic noch ooc vor, eine Gewandungsdiskussion vom Zaun zu brechen. In der Hinsicht bin ich persönlich völlig einverstanden damit, wenn der Codex eher als Tradition und Richtlinie, denn als Vorschrift ausgelegt wird.

Letztlich geht es mir (mit dieser Diskussion) darum, einen Status Quo zu erzielen, hinter dem auch die Orga steht. Eigentlich geht es sogar darum, einen Status Quo zu erzielen, hinter dem auch die anderen Larp-Codex-Orgas stehen, da es letztlich um den bespielten Hintergrund "unseres Aventuriens" geht. Ausdrücklich trennen möchte ich bei der Verbindlichkeits-Eindordnung zwischen den Kleidungsregeln und anderen Teilen des Codex Albyricus. Denn offiziell, und daran möchte ich keinesfalls rütteln, ist der Codex Albyricus noch immer die wichtigste aventurische Gesetzessammlung zur Magieanwendung bzw. Gildenmagie. Inhalte wie die Listung verbotener Zauber, die Vorschrift zum Tragen eines Gildensiegels oder zur Strafbarkeit magischer Handlungen sind deshalb nach meiner Sichtweise bei weitem keine Richtlinien, sondern geltendes Recht. Ebenfalls geltendes Recht sein sollte die Erkennbarkeit des Magus durch die Gewandung, will heißen Robenpflicht und Tragen des Stabes. Bei den näheren Ausführung zum Gewand hingegen sollte sich es, wie ich eben diskutiert habe, aber eben um eine "sollte" Bestimmung handeln, die zwar empfohlen wird, aber keine Rechtsverbindlichkeit besitzt. Ich würde mich freuen, wenn diese Sicht der Dinge in den Status Quo übernommen werden würde.
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« Antwort #25 am: 29. April 2013, 20:23:57 »

Ja, da habe ich mich beim Abkürzen missverständlich ausgedrückt. Ich meinte nur die Kleidervorgaben, nicht den Codex als Regelwerk an sich. Den finde ich schon auch fundamental wichtig.
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bowu
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« Antwort #26 am: 29. April 2013, 20:57:50 »

Die Kleidervorschriften des C.A. auf die Regel, dass ein Magier als solcher erkennbar sein muss, zu reduzieren scheint mir der falsche Weg.

Die Frage ist: Wieviele Disziplinarmaßnahmen oder Rügen wegen Verstößen gegen die Kleiderordnung gibt es in Aventurien? Wie umstritten ist die Kleiderordnung überhaupt? Gibt es unter aventurischen Magiern überhaupt eine Diskussion über die rechte Kleidung?

Mit der von dir vorgeschlagenen Regelung nähmst du dem Spiel rund um die Kleiderordnung wohl komplett die Luft. Eine Akademie, die die Kleiderordnung lax nähme müsste dann schon im Graubereich der obigen Regelung sein, d.h. solche Magier wären kaum noch als solche zu erkennen, - Horasier würden bis auf ein paar Ultratraditionalisten sich ungehemmt mit Prunkroben messen. Selbst junge Adepten und dergleichen wären kaum zu tadeln. Schwarzmagier würden um ihrer Rolle als regelloses Pack irgendwie auch in diesem Punkt gerecht werden zu können fast schon darauf verzichten überhaupt als Magier erkannt zu werden.

Ich will aber tadeln und getadelt werden. Ich will von Magiern zurechtgewiesen werden, die das Pochen auf die Kleidungsvorschriften des C.A. in diesen finstren Zeiten als völlig Unnütze Ablenkung abtun. Ich will den Unterschied erhalten zwischen Magiern, die die Reputation oder Anerkennung haben sich über diese Regeln hinwegzusetzen, und Emporkömmlingen, die sich herausnehmen äherne Gildenregeln einfach so mit Füßen zu treten.

Ansonsten gilt freilich die Regel der Machbarkeit und der Grundsatz, dass keiner im Glashaus mit Steinen werfe (und den anderen für Dinge tadele die er selbst nicht halten kann).

Zu guter Letzt ist die Grenze zwischen Tradition und einklagbarem Recht wohl sicher generell fließend. Die Begründung einer kleidungsbezogenen Disziplinarmaßnahme in Beilunk/Gareth, welche nur sagt: Das war schon immer so. Scheint mir nicht so fern.

- Mir erscheinen am schwierigsten die Stickereien. Das könnte man improvisieren, indem man die Zeichen aufdruckt, aufmalt oder als Applikation annäht. Eventuell ist es aber gar nicht so unendlich teuer, sich die in Stickereien (oder wie heißen die Läden, wo man Kappen und T-Shirts besticken lassen kann?) sticken zu lassen. Leuten, die sogar Stickmaschinen besitzen, empfehle ich das kostenlose Programm Sophiesew, mit dem man sich die Muster selber nachbasteln kann.

Das Sticken ist doch das tollste - wenn man immer ein wenig stickt, wenn man Filme sieht oder ähnliches tut, schafft man einiges.
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Norbert aka
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« Antwort #27 am: 29. April 2013, 21:35:37 »

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« Antwort #28 am: 30. April 2013, 09:24:14 »

Hallo zusammen.

Ich bin zwar auf dem Con nicht dabei, sehe aber bei dieser Diskussion, dass sich einige Regeln oder besser Richtwerte für Kleidung von Magiern (und auch für andere Charaktere) herausstellen werden.
Prinzipiell ist es doch so:
- Wir machen Larp und unsere unterschiedlichen Charaktere definieren sich oft (vor allem für andere) durch unterschiedliche Kleidung - weil wir unser Gesicht schwer wechseln können  Lächelnd.
- Es ist zeit-, arbeits- oder kostenintensiv sich eine komplette Ausrüstung für einen oder mehrere Charaktere zu beschaffen.
- Viele IT Detail-Regeln oder Gesetze aus Aventurien (wie z.B. der Codex Ablyricus) sind nicht allen in allen Details bekannt. Bzw. sind/wurden sie durch Sekundärliteratur oder Zusatzbaender immer wieder ergänzt/überarbeitet. Dazu kommt, dass manche Regelangaben oder Beschreibungen in unterschiedlicher Literatur ganz anders sind oder unterschiedlich ausgelegt werden (Bilder sind häufig ein gutes Beispiel - Ebenso DSA3 vs. DSA4). 
- Wir spielen DKWDDK.

Ich mache jetzt einmal einen ganz dreisten Versuch hier einen gemeinsammen kleinsten Nenner zu finden:
- IT erkenne ich Leute an ihrer Kleidung. Z.B. wenn Yerodin (Gunther, bitte entschuldige das Heranziehen dienes Chars) sein Erscheinungsbild ändern würde - z.B. weisser Umhang, statt blauer ..., würde ich mich, als jemand der Yerodin IT schon lange kennt, schwer tun, ihn als den zu erkennen, der er ist. Mich würde das mehr verwirren und aus dem IT reißen als der Umstand, dass seine Robe nach C.A. vielleicht nun viel zutreffender ist. Fazit: Ich würde mir jetzt keinesfalls wünschen, dass Yerodin sein komplettes Erscheinungsbild ändert nur um dem C.A. gerecht zu werden, weil es seine Akademie verlangt und wir uns jetzt erst diesem Umstand genauer zuwenden. Und zwar nur deshalb, weil uns allen jetzt dieses Problem erst bewusst geworden ist. ("Und wieder einmal zeigt es uns, dass nichts wichtiger ist als der Erhalt des Status Quo."  Zwinkernd )
- nach DKWDDK...alles was dich im Gesamtbild glaubwürdig macht ist erlaubt. (Wenn jemand auf einem Con zu mir sagt: "Die Sohle deines Schuhs ist aber aus einem seltsamen Material..." können wir aufhören, oder? - Ich glaube ca. 70% unserer Larpgemeinde greift auf Schuhe zurück, die IT-tauglich aussehen, es aber meistens streng genommen nicht ganz sind - z.B. Gummisohle) Im Bezug auf das Magierkonvent würde ich sagen: Wenn man dich als Magier erkennt, hast du das wichtigste richtig gemacht und wenn ich die Diskussion ansehe, sind sich hier auch alle einig. Auch darin, dass wenn gegen diese Regel verstossen wird, jeder den Grund eines Tadels IT wie OT verstehen würde, bzw. bereit war sich auf diese Diskussion einzulassen. Bsp.: Ich spiele einen Magier, der nicht wie einer gekleidet ist. Jemandem fällt es auf und er motzt mich an. Das ist das wenigste auf dass ich gefasst sein muss. Ebenso, wenn ich z.B. bewusst mein Gildensiegel verberge. Geht die Sache dann wirklich in Details und jemand sagt: "Eure graue Robe trifft vom Farbton und vom Schnitt nicht die Vorschriften des C.A." würde ich mich auch wieder in einen IT vs. OT Konflikt kommen. Ich habe mir Mühe gegeben eine Robe zu schneidern, die mich als Magier kenntlich macht und IT stimmig und schön ist. Jetzt soll ich einen Konflikt ausspielen, der mir nie bewusst war, weil dieses Detail in irgendeiner Sekundärliteratur steht, die ich leider nicht gelesen habe...
- Für den Magierkonvent stimme ich zu, dass ein Kleidungskonflikt entstehen könnte. Und wie einige schon bestätigt haben nur für Weissmagier bzw. zwischen einzelnen Abgängern der gleichen Akademie. Ich schlage vor sich hier wo nötig auf Minimalanforderungen in den Details abzustimmen, die von allen erfüllt werden können.

Generell denke ich, dass es kein Hindernis fürs IT ist, sich getreu an die Kleidervorschriften zu halten. Im Gegenteil: Wenn ich von einer Akademie stamme, die die Kleidervorschriften sehr streng sieht, hilft es nur den Charakter stimmiger darzustellen. Einen Konflikt würde ich da nicht sehen oder machen, es sei denn, alle Mitglieder haben sich vorher auf die Minimalanforderungen abgesprochen. 
Ich stimme auch zu, dass es so kurz vor einem Con schwierig wird alle Details auszuformulieren. Wenn aber etwas festgelegt wird, sollte es transparent und machbar für alle teilnehmenden und auch alle zukünftigen Charaktere sein. 

Ich möchte auch kein neues Fass aufmachen, aber ein ähnliches Problem wird sich für die Geweihtenschaft stellen. Oder für die Abgänger von bestimmten Krieger-Akademien. Oder für die nicht vor-definierten Wappen von Adeligen. - BTW: Gab es schon mal einen ausgespielten Konflikt wegen Waffen - haben wir uns als Orgas schon mal Gedanken drüber gemacht?

Bevor ich zum Ende komme noch ein kleiner Vergleich aus der OT-Welt: Wenn ich auf ein Event geladen bin und Kleidervorschriften herrschen, so bleibt mir auch dort immer noch Spielraum in der Wahl: Fliege oder Kravatte, sowie Farbe und Schnitt des Anzugs.
Am Ende entscheidet der Gastgeber wenn es heisst: "Du kommst hier net rein!" Zwinkernd Wenn ich während der Veranstaltung meine Kravatte ablege und mich jemand auf diesen Umstand anspricht, muss ich damit rechnen einen Tadel einzustecken oder einen Konflikt auszulösen.

Je mehr Regeln, desto schwieriger wird es mit DKWDDK. Allerdings sollen Sie uns helfen unser Spiel der Welt in der wir spielen näher zu bringen.
Letztendlich würde ich sagen:
1. Immer der Gastgeber hat recht.
2. Wenn man Konfliktspiel will ,dann sollte man irgendwo die Regeln transparent machen.
3. Für alle Codex-Orgas schlage ich vor, wenn hier Bedarf besteht, gesondert Minimal-Anforderungen festzulegen und für alles andere weiterhin den Grundsatz walten zu lassen: Du kannst (und du bist) was du darstellen kannst!

Grüsse aus China!

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« Antwort #29 am: 30. April 2013, 11:52:21 »

*Applaus für Boevo*
Ich stimme dem Boevo 100% zu, gerade auch was das Umziehen anbelangt. Wenn man sich während eines Cons umzieht und so charakteristische Dinge wie Farbe der Robe ändert, wird man vermutlich zuerst als jemand anderes wahrgenommen.

Grüßle,
Dani
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